Unter dem Motto „Von der Quelle bis zur Mündung“ führte unsere dreitägige Wanderung entlang der Wiesent – vom Ursprung bei Steinfeld bis zur Einmündung in die Regnitz bei Forchheim. Auf drei Etappen mit 22, 32 und 26 Kilometern legten wir insgesamt rund 80 Kilometer zurück. Bis auf die Anstiege zur Burg Rabenstein und zur Burg Neideck verlief die Strecke vorwiegend nah am Fluss entlang. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen zwischen 34 und 36 Grad war das ein echter Vorteil, denn die Wiesent bot immer wieder Gelegenheit für eine Abkühlung. Die Anreise verlief problemlos: Mit dem RE 19 ging es am 19. Juni um 7:11 Uhr ab Nürnberg beziehungsweise 7:17 Uhr ab Fürth nach Bamberg , anschließend brachte uns der Bus bis nach Steinfeld. Von dort starteten wir gut gelaunt und voller Vorfreude unsere Wanderung. Unsere harmonische Gruppe bestand aus acht DAV-Wanderinnen und Wanderern (Maria, Marten, Sabine, Ulrika, Edith, Norbert, Dietmar, Brigitte) Schnell war klar: Die Mischung in der Gruppe stimmte – beste Voraussetzungen für drei gelungene Wandertage.
Die erste Etappe führte uns durch die reizvolle Landschaft der Fränkischen Schweiz immer wieder entlang der jungen Wiesent. Am Abend erreichten wir unsere Unterkunft, den Gasthof „Zur Eisenbahn“ in Wadendorf bei Plankenfels. Nach dem Abendessen im Garten besuchte uns Sandra mit ihrem Freund mit den Fahrrädern – Welche Überraschung! Übernachtet wurde im gemütlichen Bettenlager mit zwei zusätzlichen Duschen – nach dem ersten Wandertag durchaus willkommen. In guter Erinnerung bleiben die nette Gastfreundschaft und das persönlich betreute Frühstück mit allem, was das Wanderherz begehrt: Kaffee, Tee, Käse, Wurst, Marmelade, Eier, Gurken, Tomaten, Radieschen und vieles mehr. Auch das reichhaltige Abendessen ließ keine Wünsche offen und stärkte uns bestens für den nächsten Tag.
Der zweite Tag verlangte uns mit ca. 32 Kilometern und hochsommerlichen Temperaturen einiges ab. Umso mehr wusste man jede schattige Passage und jede Trinkpause zu schätzen.
Passend zur fränkischen Lebensart wurde unterwegs auch der Spruch der Privatbrauerei Heckel: „Drückt dich ein Kummer, plagt dich ein Schmerz, trink a Maß Heckel und leichter wird's Herz.“ zumindest ansatzweise in die Tat umgesetzt. Ein Höhepunkt des Tages war der Abstecher zur Burg Rabeneck. Allerdings entschieden sich zwei unserer Wanderinnen angesichts der Temperaturen – und vielleicht auch aus Respekt vor dem Burggespenst – für die bequemere Variante. Sie wanderten gemütlich ein Stück auf dem Wiesenttalweg bis Doos und warteten dort entspannt im Liegestuhl auf den Rest der „tapferen Bergsteiger“.
Nach der Wiedervereinigung führte der Weg weiter, ehe wir uns bei einem kurzen Badeaufenthalt in der Wiesent die dringend benötigte Abkühlung gönnten. Diese Erfrischung tat ausgesprochen gut! Am Abend erreichten wir schließlich unser Tagesziel, das Hotel „Goldener Stern/ Sternla“ in Muggendorf. Nach einer angenehmen Dusche schmeckte das gemeinsame Abendessen in der Gaststätte „Wolfschlucht“ gleich doppelt so gut.
Auch der dritte Tag bescherte uns erneut hochsommerliche Temperaturen. Zum Glück stand der Anstieg zur Burg Neideck gleich am Morgen auf dem Programm. Noch bevor die Sonne ihre volle Kraft entfaltete, konnten wir den herrlichen Ausblick genießen.
Anschließend führte der Weg über Felder, Wiesen und durch die teilweise herrlich blühende Landschaft in Richtung Ebermannstadt. Natürlich bot auch an diesem Tag die Wiesent nochmals Gelegenheit zu einer willkommenen Erfrischung. Im Gasthof Sponsel wurden die durstigen Wanderinnen und Wanderer mit kühlen Getränken wieder „aufgetankt“, bevor wir die letzte Etappe nach Forchheim in Angriff nahmen. Doch auch dort durfte eine zünftige Abschlusseinkehr nicht fehlen: Im Glocken-Keller wurden die letzten Energiespeicher nochmals mit Speisen und Getränken aufgefüllt.
Bevor wir uns auf S- und Regionalbahn verteilten, stand aber noch das eigentliche Ziel unserer Wanderung auf dem Programm: die Einmündung der Wiesent in die Regnitz. Der Weg dorthin war zwar nicht ganz offiziell und erforderte ein kurzes Krabbeln unter einer Brücke hindurch, standen wir - unter wachsamen Augen der Wasserwacht- doch schließlich gemeinsam zufrieden am Ziel, ein wenig stolz und mit dem guten Gefühl, die Wiesent wirklich von der Quelle bis zur Mündung begleitet zu haben.
Fazit Drei Tage, rund 80 Kilometer, zwei Burgen, unzählige Schweißperlen, mehrere wohlverdiente Einkehrschwünge, erfrischende Badepausen und unzählige gemeinsame Lacher – besser kann eine Wanderung kaum verlaufen. Ganz nebenbei haben wir auch noch die heimische Tierwelt ausgiebig kennengelernt: Störche, Esel, Wasserschlange, Bisamratte, Enten und Gänse, Schafe sowie unzählige Schmetterlinge und Libellen. Und natürlich durften auch die Zecken nicht fehlen – sie waren vermutlich die einzigen, die sich über unsere Ankunft noch mehr gefreut haben als wir über die nächste Einkehr.
Ein ganz herzliches Dankeschön geht an unsere Organisatoren Maria und Marten, die die Tour hervorragend vorbereitet und mit viel Umsicht, Geduld und guter Laune geleitet haben. Dank ihrer perfekten Planung kamen alle gesund, zufrieden und mit einem Lächeln am Ziel an. Und eines steht fest: Die Wiesent mag nach 80 km in der Regnitz verschwinden - unsere Erinnerungen und Erzählungen an die Hitze und schönen Eindrücke fließen dagegen noch eine ganze Weile weiter und sicherlich auch noch bis zum nächsten Wanderstammtisch der FFF.
Noch ein Spruch von Liézi (Philosoph des Daoismus): Des Wanderns Lust ist, dass man die Zwecklosigkeit genießt. Genüge im eigenen Selbst zu finden, das ist des Wanderns höchste Stufe.
Text: Brigitte Steckert
Fotos: Sabine Hain
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