Als Highlight des Jahres der Mountainbikegruppe des DAV-Fürths war dieses Jahr wieder einmal die Umrundung des Sellastocks in Südtirol, die sog. Sellaronda, mit dem Mountainbike geplant. Nachdem unsere Abteilungsleiter Wolfgang kurzfristig aus familiären Gründen absagen musste, übernahm Christian die örtliche Führung und Tourenplanung.
So trafen wir (Andy, Martin und Christian) uns früh morgens um 06:00 Uhr auf einem Parkplatz in Fürth und traten unsere Reise nach Südtirol an. Als wir gegen Mittag in Wolkenstein bei sonnigem Wetter angekommen waren, haben wir uns natürlich sofort unsere Räder geschnappt und wollten eine kleine Tour zur Eingewöhnung fahren. Dafür ging es von Wolkenstein mit dem Lift Dantercepies zunächst zu den Cierspitzen hinauf, wo auch schon die ersten Trials auf uns warten sollten.
Allerdings hat uns auf dem Berg zunächst ein kleiner Nieselschauer überrascht. Aber kurze Zeit später kam auch schon wieder die Sonne heraus und belohnte uns mit einem sagenhaften Panorama. So stürzten wir uns in die ersten noch schlammigen Trials runter zum Grödnerjoch. Das Wetter tat der Sache keinen Abbruch, außer unseren Klamotten. Zur Eingewöhnung auf die Sella Ronda ging es dann auf einem schönen Weg hinüber Richtung Sellapass hinunter nach Plan de Gralba. Von dort half uns wieder eine Gondel und ein Sessellift auf den Berg und wir genossen die flowigen Trials unterhalb des Langkofels.
Tag 2, die Umrundung des Sellastocks im Uhrzeigersinn:
Am zweiten Tag nahmen wir dann die Umrundung des Sellastocks in Angriff. Nachdem wir leider etwas spät loskamen, noch etwas an den Rädern schrauben mussten und dann auch noch den guten Ratschlag des Wirts der netten Pension in Badia annahmen und bereits von Badia aus nach Corvara starteten, kamen wir bei der Umrundung doch in etwas Zeitnot. Anfangs waren die 10 zusätzlichen Kilometer von Badia nach Corvara noch kein Problem, doch bald stellte sich heraus, dass wir bei unserer Geschwindigkeit zusehen mussten, rechtzeitig den letzten Lift um 17 Uhr auf das Grödnerjoch (wieder Dantercepies) zu erreichen
Auch an diesem Tag hielt das Wetter ein paar kleine Nieselschauer für uns bereit, von denen wir uns nicht beeindrucken ließen. Immer wieder kam die Sonne hervor und wir wurden durch eine tolle Aussicht auf die wunderbaren Südtiroler Dolomiten entschädigt. So schafften wir es auch rechtzeitig nach Wolkenstein zurück und nahmen “etwas” Schlamm bespritzt die Gondel auf unseren letzten Pass. Nach der herrlichen Abfahrt vom Grödnerjoch hinunter nach Corvara warteten nur noch die 10 zusätzlichen Kilometer zurück nach Badia auf uns, die aber dank eines stetigen Gefälles kein Problem mehr darstellten. Der Wirt unsere Pension stand auch schon mit Wasser und Schlauch bereit, so dass wir unseren Fahrrädern eine gründliche Wäsche gönnen konnten, bevor wir das gleiche uns selbst zugutekommen ließen. An diesem Abend kamen auch meine Frau und unsere drei Kinder an und gemeinsam ließen wir in der örtlichen Pizzeria den Abend ausklingen.
Für den dritten Tag hatten wir beschlossen ein Stück am Sellastock entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren und die schönsten Trails auf dem Weg mehrfach zu befahren. Dazu starteten wir wieder in Badia und fuhren über Corvara hinauf nach Kolfusch. Da an diesem Samstag auch der Sella Bike Day stattfand und alle Pässe rund um den Sellastock für den Autoverkehr gesperrt waren, trafen wir hier auf viele Rennrad und Gravelbike Fahrer, die sich in Trauben über die Pässe quälten. Wir zogen es jedoch vor auf die Trails abseits der Straße zu gehen und dort bei bestem Wetter tollste Bedingungen vorzufinden. So schaffen wir es an diesem Tag tatsächlich wieder bis Plan de Gralba wo wir von den flowigen Trails fast nicht genug kriegen konnten. So ließen wir es uns auch nicht nehmen auf der Rückfahrt vom Grödnerjoch nach Corvara kurz vor fünf Uhr noch einmal den Lift nach oben zu nehmen, um die Trails ein weiteres Mal hinunterzurauschen.
Die Familienwanderung meiner Frau und Kinder hatte an diesem Tag leider etwas weniger Glück, denn nach nur einer Stunde Gehzeit lösten sich die Sohlen ihre Wanderschuhe auf und so mussten sie die Wanderung abbrechen und zur Bergstation des Heiligkreuzlifts oberhalb von Badia zurückkehren. Für die Kinder stellte das jedoch kein Problem dar da sie sich auf dem dortigen Spielplatz pudelwohl fühlten. Und so konnten wir den Abend wieder gemütlich in der Pizzeria bei Bier und Wein ausklingen lassen.
Vierter Tag, zum Ausklang eine gemeinsame Wanderung:
Da uns von den vielen Trails der Tage zuvor bereits der Hintern weh tat und wir uns mittags schon wieder auf die Heimreise machen mussten, beschlossen wir kurzerhand den Sonntagvormittag gemeinsam mit einer Wanderung über die Hochebene unter den Geislerspitzen zur Regensburger Hütte und wieder zurück ausklingen zu lassen. Am frühen Nachmittag traten wir dann den Rückweg an. Neben den schlammverspritzten Klamotten, etwas Muskelkater und ein paar kleineren Schrammen nehmen wir auf jeden Fall das beeindruckende Panorama und die tollen und flowigen Trails rund um die Sellaronda mit nach Hause. Für uns alle steht schon fest: das müssen wir nächstes Jahr unbedingt wiederholen!
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