Freddy-Spieß-Gedächtnis-Tour

Oder: mal wieder auf die Neue Fürther Hütte

08.09.2026

Warum „Freddy-Spieß-Gedächtnis-Tour“? Freddy hatte alle paar Jahre eine Wanderung von Hütte zu Hütte angeboten, mit einer Übernachtung auf der Fürther Hütte. Dies möchte ich gern beibehalten und mache das nun auch schon seit seinem Tod immer mal wieder. Da ich nicht nochmal dieselbe Tour gehen möchte, habe ich immer eine etwas andere Wegführung gefunden. Dieses Jahr sollte die Prager Hütte dabei sein. Diese Hütte konnten wir bisher im August nicht mehr besuchen, da sie wegen Wassermangels geschlossen hatte. Nach einem Umbau und Pächterwechsel sollte dies nun möglich sein. Wir freuten uns darauf, am Fuß vom Großvenediger auf 2760 m zu nächtigen. 

Am Freitag früh starteten wir in 2 Autos von Nürnberg und trafen uns am Parkplatz Habachtal. Wir hatten noch Zeit genug, unsere Brote zu verspeisen, dann fuhr uns der Smaragdtexpress hinauf zur Alpenrose, wo wir Andreas, Vorstandsmitglied des DAV Nürnbergs trafen, der eine ähnliche Tour geplant hatte. So ein Zufall! Kurz hinter dem Gasthaus gabelte sich der Weg zur Thüringer Hütte: es gab den steilen, kürzeren Weg und den langen, angeblich schöneren Weg.

Diesen war ich schon mehrmals gegangen und so entschied ich mich mit Andreas, Christopher und Silke den steilen, kürzeren zu nehmen. Das stellte sich als die richtige Entscheidung heraus, denn als Kerstin, Jens, Volker, Carola und Heide nach uns an der Hütte ankamen, hatte es zu regnen angefangen und sie sind pudelnass geworden. Schön war unser Weg auch: kleine Serpentinen bergauf, über grasbewachsene Hänge, herabstürzende Bäche, der Weg liebevoll dekoriert mit Schildern und Bänken. 

Am Abend in der Hütte feierten wir meinen Geburtstag. Das hatte ich mir gewünscht, denn was gibt es Schöneres, als Geburtstag in den Bergen mit lieben Wanderfreunden zu verbringen!

Der Regen ließ über Nacht nach und wir freuten uns auf eine schöne Bergtour zur Neuen Fürther Hütte. Erst ging es ziemlich steil bergauf. Ich war etwas überrascht, zu sehen, dass der Weg mit „schwarz“ ausgezeichnet war. War ich ihn noch schon so oft gegangen und hatte ihn auch nicht als schwierig in Erinnerung. Auch unsere Gruppe meisterte ihn problemlos. 

An der Larmkogelscharte (2910m) legten wir eine längere Pause ein und schossen Fotos von uns mit dem Großvenediger im Hintergrund. Auch auf dem Larmkogel ging die Fotosession weiter. Es erklommen alle den Gipfel (3022 m) und wir konnten ein neues Foto von unserem Fürther Gipfelkreuz machen.

Nicht ganz so steil ging es bergab, Heide, wie immer hatte es eilig und so kamen wir rasch an den Kratzenbergsee. Auf das Bad darin hatte ich mich gefreut. Einige meldeten uns schon mal an der Hütte an, andere ließen sich Apfelstrudel an der Hütte schmecken, andere badeten etwas länger in dem erfrischend kalten Wasser. Es war ein gemütlicher Tag, da der Weg von Thüringer zur Fürther nicht so weit ist.

Die Hütte war ziemlich voll: wir bekamen wieder das Zimmer Nr 7, in dem ich meistens schlafe und in dem für manche das Bett zu kurz war, aber ich vom Fenster aus den Larmkogel sehen konnte.

Am nächsten Morgen mußten wir uns trennen: Kerstin, Jens, Carola und Silke stiegen durch das Hollersbachtal ab. Obwohl der lange Weg ins Dorf ziemlich eintönig sein kann, fanden sie immer wieder Abschnitte, die direkt am Fluß entlang verliefen, wie den Bachlehrpfad und schön waren. Mit dem Bus konnten sie zum Auto zurück und heimfahren. 

Wir, das waren Heide, Christopher, Volker, Andreas und ich stiegen auf zum Sandebentörl. Dort nach Essenspause, Yogaübungen und Fotos mit Großvenediger verabschiedeten wir uns von Andreas und stiegen ab über den noch kleinen Geschösslbach, von wo es auf der anderen Seite hoch ging, durch Wiese, über Bäche dann an steilen Felswänden vorbei, wieder hinunter, dann wieder hinauf zur alten Prager Hütte.

Volker war vor vielen Jahren schon mal hier und kannte die Hütte als Ruine. Inzwischen wurde sie zu einem kleinen Museum ausgebaut, in dem man den Charakter der frühen, einfachen Bergunterkünfte erkennen kann. Sie ist die älteste erhaltene dieses Typs in Tirol und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von der Sektion Prag errichtet. So nett! 

Von dort konnte man schon die neue Prager Hütte oben an der Kante stehen sehen…und der Gletscher kam immer näher. Schlatenkees und Obersulzbachkees, darüber der Großvenediger…

Angekommen an der Hütte hockten wir auf der Terrasse und konnten uns nicht sattsehen. Mit uns am Tisch saßen zwei Männer, die wir bereits auf der Fürther Hütte und immer wieder unterwegs gesehen hatten. Sie redeten über den „Club“ worauf ich sie fragte, woher sie kämen…wo wohl!? Aus Nürnberg kam der eine, der Peter hieß….Wo sie ihr Auto geparkt hatten, fragte ich sie…Am Matreier Tauernhaus, war die Antwort. Ob sie wohl unserer Fahrerin zu unserem Auto bringen könnten…war meine Idee. Ja, gern, machen sie. 

Die Neue Prager Hütte überraschte uns mit einem neuen, jungen netten Hüttenteam, leckerem Essen, einem nicht stinkendem Bio WC (nein, kein WC, sondern ein Klo ohne Wasser), schönen Zimmern….super! Vom Ausblick habe ich ja schon geschrieben!!!! 

Am nächsten Morgen war Christopher schon früh aufgestanden und konnte uns Fotos vom Gletscher und der Hütte im frühen Morgenlicht zeigen Wir stiegen ab, wieder an der alten Prager Hütte vorbei, zum Gletscherschliff. Darüber zu laufen gefiel uns sehr….glatte Steinplatte, kleine Spalte, Blöcke….

Den Weg hatte uns Rosi empfohlen und er war wirklich wunderschön. Plötzlich endete die Steinplatte, wir überquerten den Schlatenbach und es wurde grün. Auf dem Gletscherweg (so der Name, war aber kein Gletscher) Innergeschössl ging es wieder bergauf bis auf 2100 m , vorbei an kleinen Seen, darunter auch das Auge Gottes, Aussichtsbänken und immer wieder Blick zurück. Dann steil bergab.

Das war es, was Rosi mit „Treppen“ meinte. Ja, es waren viele Holzstufen, Steinstufen, Büsche, hinunter, gegenüber ein Wasserfall, weiter hinunter, mit Gegenverkehr. Ab und zu überholten uns Peter aus Nürnberg und sein Freund oder wir sie. Irgendwann kommen wir im Gschlössltal an, wo der Bach sich inzwischen zu einem tosendem breiten Gewässer gemausert und Volkers Wanderstock geschluckt hat. Am Bach entlang zuerst auf der Forststraße bis zum Almdorf Venedigerhaus Innergschlössl, dann auf der anderen Seite durch Wald und Kuhwiesen, Heide und Christopher meilenweit voraus, ging es zum Matreier Tauernhaus. Heide schickte uns eine Nachricht, dass das Gasthaus heute Ruhetag hat. Schade! Außerdem dauerte es uns zu lange, das Auto holen zu lassen. Wir bestellten uns ein Taxi, tranken noch ein Bier, das der Gastwirt uns gnädigerweise verkaufte und plauderten mit Peter aus Nürnberg und seinem Freund. Welche Tour haben sie gemacht, dass sie das Auto am Matreier Tauernhaus stehen hatten? Sie sind vom Matreier Tauernhaus auf die St.Pöltner Hütte gestiegen, von dort zur Fürther Hütte gewandert und dann mit uns zur Prager Hütte und wieder abgestiegen zum Matreier Tauernhaus. Super! Danke für die Idee, das wird unsere nächste Tour zur Fürther Hütte!