Nach Umbuchungen, Absagen, Neuzusagen, Terminverkürzung, Lawinenkurs, Lawinenvortrag, verspäteter Vorbesprechung, schwierigem Fahrkartenkauf, Stau in der U-Bahn und Zug verpasst trafen sich 8 Schneeschuhbegeisterte am Gleis 33, Bahnhof München, zum Start in ein neues Abenteuer. Schon immer wollte ich mal von Hütte zu Hütte mit Schneeschuhen wandern. Wird es genug Schnee geben? Vorsichtshalber haben wir auch noch Grödeln eingepackt. Aber selbst die brauchten wir nicht beim Aufstieg vom Spitzingsattel. Das Wetter war auch nicht gerade bestens, aber wir waren frohen Mutes und konnten dann auch ab der Bergstation Taubensteinbahn die Schneeschuhe anziehen. Durch den Schnee, aber auf vorgespurten Wegen, ging es nach oben, bis sich im Nebel das Rotwandhaus zeigte. Gefreut haben wir uns über 5 Euro Preisnachlass auf unsere Übernachtung, die wir bekamen, da wir mit den Öffis angereist waren!
Spitzingsattel zum Rotwandhaus: 7 km, 725 hm Aufstieg, 130 hm Abstieg
Am Abend planten wir die Tour für den nächsten Tag. Thomas hatte eine Idee, Peter, der diese Tour in anderer Richtung schon mal gegangen war, hatte auch eine. Oder sollen wir dem Vorschlag des Hüttenwirtes folgen, auf dem Sommerweg im Pfanngraben zu wandern, der zwar länger, aber dafür landschaftlich schöner ist? Die Mehrheit der Gruppe war dafür. Der nächste Morgen begüßte uns mit Sonnenschein und traumhafter Sicht, die wir erstmal genießen mussten. Zuerst mussten wir den steilen Abstieg in den Pfanngraben meistern, mit Schneeschuhen ständig den schneefreien Stellen ausweichend. Im Pfanngraben angekommen, verlief der Weg oberhalb des Baches, parallel zu diesem, wunderschön, breit und schneebedeckt und gespurt. Begeisterung riefen die zahlreichen gefrorenen Wasserfälle und die kleinen offenen Gumpen im Bach hervor, und wir mussten immer wieder zu Fotopausen anhalten.
Nach einer längeren Aufwärmpause in der gemütlichen Blecksteinhütte mussten wir das Skigebiet queren, auf Asphalt, Schneeschuhe und Grödeln am Rucksack. Dafür schien die Sonne, und wir kamen rasch vorwärts. Beim letzten Stück des Weges entschieden sich einige Wanderer für Schneeschuhe, andere für Grödeln. Es war der Sommerweg, mit „Nur für Geübte" ausgeschildert. Aber das waren wir ja und schafften diesen stellenweise etwas schwierigen Teil des Weges durch den Wald mit Bravour. In geplanter Zeit kamen wir am Bodenschneidhaus an und ließen den Tag bei Hüttenmusik und Spiel ausklingen.
Rotwandhaus über Pfanngraben zum Bodenschneidhaus: 16,5 km, 560 hm Aufstieg, 940 hm Abstieg
Für den nächsten Tag hatten sich fast alle für die längere Variante nach Tegernsee entschieden. Die Schneeschuhe brauchten wir nicht, aber Grödeln waren sehr hilfreich, da der Weg, der hauptsächlich durch den Wald lief, stellenweise vereist oder von festgetretenem Schnee bedeckt war. Im strammen Tempo erreichten wir kurz vor Abfahrt des Zuges den Bahnhof von Tegernsee. Auch in München konnten wir den Zug nach Nürnberg so gerade eben erwischen.
Bodenschneidhaus zum Tegernsee: 12,5 km, 200 hm Aufstieg, 800 hm Abstieg
Es war ein schönes Wochenende für alle. Für mich ging ein Wunsch in Erfüllung, auch wenn wir nicht durchgehend mit Schneeschuhen wandern konnten. Dafür bestand keine Lawinengefahr!
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