Die Idee entstand auf dem Hüttenwochenende von Hans im Fichtelgebirge. Dort auf der Edelweißhütte vom DAV Hof fanden wir den Bericht über diese mehrtägige Wanderung. Da wir sowieso dieses Jahr wieder in die Rhön wollten, habe ich die Tour, mit den Kilometerangaben so, wie sie im Bericht standen, ausgeschrieben, bei den Flotten Fürther Füßen und bei der Bergwandergruppe Nürnberg. Schnell hatte ich die ersten Anmeldungen, und die Tour war rasch ausgebucht. Kurz vor dem Start ging ich mit Thomas die Tour in unserer Touren-App durch und stellte fest, dass man die Strecken nie im Leben in den im Bericht angegebenen Kilometern schaffen kann! An einem Tag sollten 26 km, an einem anderen 28 km zurückgelegt werden. Als ich dies meinen Mitwanderern mitteilte, trafen gleich die ersten Absagen ein – einige allerdings nicht wegen der längeren Strecken. Nun war guter Rat teuer. Auf Empfehlung der Touristenformation konnte ich für die beiden Tage Rufbusse buchen, die die Strecken um einige Kilometer verkürzten. Endlich waren wir startklar.
Bei wunderbarem Herbstwetter trafen wir uns, die Zugfahrer und die Autofahrer, in Wüstensachsen. Nach einer kurzen Pause konnten wir, eine nette Truppe von 10 Personen, loslaufen. Schön war der mit Holz ausgelegte Weg durch das Rote Moor. Große Tafeln erklärten anschaulich die Entstehung und das Verschwinden des Moores. Kurz vor der Dämmerung kamen wir in unserer Pension „Dreiländerblick“ in Birx, das zu Frankenheim/Rhön (nicht zu verwechseln mit dem Frankenheim bei Bischofsheim/Rhön, nicht weit entfernt!) gehört. Der Gastwirt begrüßte uns freundlich und zeigte uns die Zimmer. Am Abend waren wir die einzigen Gäste in seiner Stube und wurden von ihm und seiner Frau bekocht mit lokalen Spezialitäten. Diese und auch polnische gab es auch zum Frühstück am nächsten Morgen.
Sehr enttäuscht waren wir vom Wetter am nächsten Tag: Es war so nebelig, dass man kaum etwas sehen konnte. Große offene Wiesenflächen wechselten mit grünen Waldabschnitten ab. Zu Mittag rasteten wir auf dem Heidelstein auf 926 m. Auch hier konnten wir den hohen Sendemast in dem Nebel kaum sehen, dafür Gedenksteine für die Gefallenen an der innerdeutschen Grenze. Gelungen fanden wir auch das Material des Kreuzes, das aus Draht des Grenzzaunes hergestellt worden war.
Weiter ging es durch den Wald, an Felsen und Bächen vorbei bis nach Bischofsheim. Während der eine Teil der Gruppe auf den Bus wartete, besuchte der andere Teil die kleine orthodoxe Kirche im Ort. Kurz darauf begann der steile, lange Aufstieg zum Kloster. Wir dachten, wir wären schon oben, als wir an den 3 Kreuzen vorbeikamen. Aber es ging noch weiter! Kurz bevor es dunkel wurde, erreichten wir nach 26 km unsere Unterkunft im Kloster Kreuzberg. Die Zimmer waren einfach, aber warm und sauber, die Gaststuben groß und laut. Aber das Bier und auch das Essen schmeckte allen.
Am Sonntag sah das Wetter nicht besser aus. Im Nebel erklommen wir den Klosterberg, auf dem auch wieder 3 Kreuze stehen. An einem bunten Foto konnte man sehen, was man heute nicht sah: Sonne, blauer Himmel und eine tolle Aussicht. Schade! Der Abstieg erfolgte auf demselben Weg wie der gestrige Aufstieg. Einige Kilometer später trafen wir die Autofahrer in Oberweissenbrunn. Rockenstein, Hohe Hölle und Rotes Moor hießen die nächsten Anlaufstellen. Das Wetter wurde nicht besser und wir waren froh, dass wir in der Gaststätte des Segelflugplatzes auf der Wasserkuppe uns bei Kaffee und Kuchen aufwärmen konnten. Dann ging es weiter nach Abtsroda, wo es bereits anfing dunkel zu werden. Nach 28 km sahen wir endlich die Lichter der Enzianhütte, unserem heutigen Nachtquartier. Nach einem guten Abendessen eröffnete der Hüttenwirt uns, dass sie die Hütte noch am Abend verlassen würden und wir allein die Nacht dort oben verbringen sollten. Auch Frühstück würden wir am nächsten Morgen dort nicht bekommen. Schnell hatte Thomas die rettende Idee: Er rief beim Hotel an, das eine halbe Wegstunde von der Hütte entfernt lag und bestellte Frühstück für uns alle.
Am letzten Tag zeigte sich dann doch noch die Sonne. Über Abtsroda, die Abtsrodaer Kuppe, vorbei an der Wasserkuppe wanderten wir, diesmal mit schönen Aussichten zurück nach Wüstensachsen. Trotz des nicht gerade optimalen Wetters hatten wir alle eine gute Zeit. Auch im November kann man noch schöne Touren machen! Wie die Wanderer vom DAV Hof auf ihre Kilometerangaben gekommen sind, habe ich nie erfahren. Das wollten sie mir wohl nicht mitteilen!
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