Jugendskitour 2026

Mondschein, Musterwetter und müde Beine

Ende Januar verschlug es die Jutou 26 ins winterliche Fotscher Tal. 13 Teilnehmende und ein Betreuerteam aus drei Damen und einem Herrn machten sich auf den Weg zur Potsdamer Hütte – mit großen Zielen, guter Laune und (wie sich zeigen sollte) erstaunlich stabilem Schönwetter-Abo.

Freitag – Stirnlampen, Mondschein und ein leicht verstimmter Hüttenwirt

Treffpunkt war am 30.01.2026 am Parkplatz Eisbrücke (1100 m). Von dort ging es direkt hinauf zur Potsdamer Hütte (2020 m) – für die meisten bereits eine ordentliche Einheit.

Zwei Kollegen ließen es sich jedoch nicht nehmen, später nachzukommen – und liefen die überraschend lange Strecke noch im Mondschein hinauf. Sehr zur sportlichen Anerkennung der Gruppe und zum eher verhaltenen Enthusiasmus des Hüttenwirtes, der zu dieser Uhrzeit wohl nicht mehr mit Nachzüglern gerechnet hatte.

In den kommenden Tagen machte er dieses kleine Missfallen jedoch mehr als wett – mit ungewöhnlich gutem Essen, das uns zuverlässig wieder auf Betriebstemperatur brachte.

Samstag – Roter Kogel, LVS-Power und kontrollierte Vernunft

Der Samstag 31.01. begrüßte uns – wie eigentlich jede Jugendtour – mit herrlichem Wetter. Ob das am Organisationsteam liegt, bleibt statistisch noch zu prüfen, die Tendenz ist jedoch eindeutig.

Nach einem großen LVS-Check starteten wir gut gelaunt Richtung Roter Kogel (2832 m). Etwa auf halber Strecke wurde eine intensive LVS-Übung eingelegt, bei der besonders die Neueinsteiger ihre Energie und Motivation unter Beweis stellen konnten.

Anschließend führte der Weg relativ flach durch ein wunderschönes Tal. Der Schnee war – trotz dünner Unterlage – überraschend gut. Fast schon Jutou-typisch.

Die größte Herausforderung war an diesem Tag weniger das Gelände als die hohe Lawinenwarnstufe, die viele der eigentlich verlockenden, steilen Hänge unbefahrbar machte. Das hielt einzelne Teilnehmende jedoch nicht immer davon ab, sich diesen zumindest neugierig – teils gefährlich nah – zu nähern.
Hier zeigte sich wieder: Ausbildung und klare Entscheidungen sind Gold wert.

Rund 100 Höhenmeter unter dem Gipfel fiel schließlich die gemeinsame Entscheidung zur Umkehr – eine vernünftige und lehrreiche Wahl.

Die Abfahrt? Trotz Einschränkungen lohnend. Und spätestens beim Abendessen war die Welt wieder in Ordnung.

Am Abend wurde die Hütte zur Spielarena:
Ob Schafkopf oder heiße Runden „Arschloch“ – die Stimmung war hoch, der Geräuschpegel nicht niedrig und die Laune ausgezeichnet.

Das bereits erwähnte hervorragende Essen trug sein Übriges dazu bei. Wer tagsüber noch Kraftreserven hatte, war spätestens jetzt endgültig angekommen.

 

 

Sonntag – Windegg oder Zwischenhütten-Genuss?

Am Sonntag 01.02. starteten wir erneut motiviert. Zunächst standen etwa 200 Höhenmeter Aufstieg an, bevor es hinunter zur Zwischenstation ging – einer privaten Hütte.

Dort trafen zwei besonders intelligente Teilnehmende eine bemerkenswert reflektierte Entscheidung:
Statt eines weiteren Anstiegs verbrachten sie den herrlichen Sonnentag entspannt auf der Zwischenhütte, um kleinere „Arbeitsarbeit“-Wehwehchen auszukurieren und das Panorama zu genießen.

Der Rest der Gruppe zog die Felle erneut auf und machte sich auf Richtung Windegg (2578 m). Wie bereits am Vortag zeigte sich, dass Zeitmanagement zur Tourenplanung gehört – die Umkehr erfolgte im Sattel bei 2460 m.

Die Abfahrt über Schwarzmoos Richtung Almindalm bot nochmals schöne Schwünge, bevor wir gegen 16:30 Uhr wieder am Parkplatz ankamen.

Fazit – Müde, glücklich, motiviert

Mit einem Lächeln im Gesicht – wenn auch sichtbar geplättet – traten wir die Heimreise an.

Die Jutou 26 bot alles, was ein gelungenes Tourenwochenende ausmacht:

Traumwetter
Gute Schneeverhältnisse
Anspruchsvolle Entscheidungen
Viel Gemeinschaft
Und ein Organisationsteam, das offenbar ein Abonnement auf Sonne besitzt
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Jahr – auf gutes Wetter, tollen Schnee und noch coolere Leute.

Danke an die Organisatorinnen und Organisatoren – es war mal wieder herrlich. 🏔️✨