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01/01/70

Im Banne des Matterhorns

Die Anreise mit dem Zug nach Zermatt dauerte über 8 Stunden, war aber schon deshalb nicht langweilig, weil wir 5mal umsteigen mussten, stets eilend, um den Anschlusszug zu erreichen. Wie durch ein Wunder klappte aber alles, und wir konnten uns um 14h auf den Weg durch Zermatt und hinauf in die Berge machen.

Nach gut 2 Std. Aufstieg entlang des Triftbachs erreichten wir unser erstes Quartier, die Berghütte „Hotel du Trift“, 2.337 m hoch gelegen, mit großartiger Aussicht bis zum Monte-Rosa-Massiv.

Von hier aus waren zwei Tagestouren geplant: Die größere sollte auf das Mettelhorn führen, die andere zur Rothornhütte am Fuß des Zinalrothorns. Der Hüttenwirt riet uns, mit dem Mettelhorn noch einen Tag zu warten, um dann eine richtig gute Aussicht zu haben.

Also am Freitag zur Rothornhütte. Zunächst wanderten wir durch grüne Almwiesen, kamen aber bald in die steinige, ehemalige Gletscherlandschaft. Über den Moränenrücken und viele Serpentinen erreichten wir nach etwa 3 Std. die Hütte auf 3.198 m. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die Gletscher und die umliegenden 4.000er-Gipfel. Wir kehrten kurz ein, und gingen noch ein Stück weiter zu den Rändern der Gletscher und betrachteten die riesigen Eisbrüche. Dann stiegen wir wieder hinab zur Trifthütte, wo das Abendessen wartete.

Am Samstag dann das Mettelhorn (3.405 m). Die Tour fühlt sich fast an wie eine Hochtour, ist aber nur eine „anspruchsvolle Alpinwanderung“, und vom Hotel du Trift aus in 3,5 Std. zu bewältigen.

Nach dem Aufstieg über die „Triftchumme“, einer Hochebene auf der Schafe weideten, ging es über Geröll und Steinplatten hinauf zu einer Passhöhe. Von hier aus könnte man auch das etwas niedrigere Platthorn besteigen. Wir gingen aber weiter über den Rand des Hohlichtgletschers, wobei wir sicherheitshalber unsere Grödeln anzogen. Danach noch ein kurzer, aber steiler Aufstieg auf den Gipfel.

Welch eine Aussicht über die Walliser Alpen! Ich bin überwältigt. Und Christian wird nicht müde, all die Berühmtheiten um uns herum beim Namen zu nennen: das Matterhorn, das Breithorn, der Liskamm, die Monte-Rosa-Gruppe, das Weißhorn, das Zinalrothorn, das Obergabelhorn, die Gletscher! … Man sollte denken, dass sich bei einem solchen Aussichtsberg die Wanderer auf die Füße treten. Aber nichts dergleichen, wir waren fast allein.

Als wir bei Abstieg wieder zu der Passhöhe kamen, von der aus man auf das Platthorn steigen kann, wollten doch die meisten aus unserer Wandergruppe auch diesen Gipfel noch „mitnehmen“. Ich stieg zwar mit Didi direkt ab, aber alle die oben waren, schwärmten am Abend von ihrer Wanderung, die auch noch über einen Panoramaweg hoch über Zermatt und zu einer Dusche unter einem Wasserfall führte.

Für den nächsten Tag war der Aufstieg zum Höhbalmen und der Wechsel zur Schönbielhütte geplant. Der Höhbalmen ist so etwas wie eine lange Aussichtsterrasse mit Matterhorn-Blick. Kilometerweit läuft man auf einem unschwierigen Wiesenpfad auf einer Höhe von etwa 2.700 m, immer mit Blick auf das Matterhorn mit seinem markanten Hörnligrat. Gegenüber liegt die Hörnlihütte, von der aus man diesen Grat besteigen kann. Kaum zu glauben, aber auch hier trafen wir nur wenige andere Wanderer.

Am Ende des Höhbalmen muss man noch einmal tief zum Zmuttbach absteigen, um dann wieder zur Schönbielhütte auf 2.694 m aufzusteigen. Die Hütte liegt auf einem Felsvorsprung oberhalb des Zmutt- und Schönbielgletschers, gerade gegenüber den Nordwänden des Matterhorns und des Dent d‘Hérens. Diese Seite sieht man zwar nicht auf jeder Postkarte, aber sie ist überaus eindrucksvoll. Und das Panorama reicht wieder bis zur Monte-Rosa-Gruppe.

Und wer in dieser Nacht vor die Hütte ging (die Toilette war etwas außerhalb), den störte nicht das kleinste Licht beim Blick auf die Milchstraße und den Sternenhimmel, der sich über diese gewaltige Berg- und Gletscherwelt wölbte.

Für den letzten Tag blieb nur noch der Abstieg entlang des Zmuttgletschers und seiner Moränen zum malerischen Weiler Zmutt und nach Zermatt, um dort die Bahnfahrt zurück nach Fürth anzutreten.

Organisation: Christian
Mitwanderer: Angela, Bong, Ellen, Elisabeth, Rainer, Dieter F., Didi