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Wanderungen in Cornwal

Ein unglaublicher Einfall wurde dieses Jahr in die Tat umgesetzt: John zeigte uns ein Stück seiner englischen Heimat, die Küste von Cornwall. An ihr entlang führt der „South West Coast Path“, ein 1014 km langer Küstenwanderweg. Das klingt verlockend.

Aber in 9 Tagen? Und mit 14 Wanderern? Und dann noch halbwegs bezahlbar? Zunächst die Auswahl der Streckenabschnitte. Dann die Quartiersuche. Die Reiseverbindungen. Keine leichte Aufgabe. John löste sie so:

Flug von Nürnberg nach Bristol und Weiterfahrt nach Minehead in Somerset. Dort beginnt der Coast Path. Von dort aus machten wir erst einen Abstecher in das hübsche alte Städtchen Dunster und am nächsten Tag eine Wanderung durch den Exmoor-Nationalpark nach Porlock – eine Gegend, die allein schon eine Reise wert wäre.

Von Minehead aus fuhren wir nach Barnstaple – die zugehöre Wanderung nach Coome Martin musste leider ausfallen, weil die Touristen-Buslinie vermutlich einem Sparzwang zum Opfer gefallen ist. Zudem war noch Feiertag, und deshalb verkehrten auch keine Linienbusse. Wir konnten froh sein, dass John noch 3 Taxen auftrieb, die uns auf kurvenreichen Wegen quer durch eine Bilderbuch-Landschaft schaukelten.

Unser nächstes Ziel war Penzance, ganz im Südwesten gelegen. Hier war sie, die berühmte zerklüftete englische Südwestküste. Am Ankunftsabend machten wir noch einen Spaziergang durch die Bucht nach „St. Michael's Mount“, Pendant zum französischen Mont St. Michel und wie diese eine Gezeiteninsel. Bei Ebbe kann man sie über einen schmalen Damm erreichen. Die Schuhe zieht man besser aus.

Am nächsten Tag ging es dann quer durchs Land auf dem „St. Michael's Way“, der ein Teil des Jacobswegs ist. Unser Ziel war der kleine Badeort St. Ives. Der Weg dorthin war nicht einfach. Wenig Markierung, dafür eine in allen Farben überbordende Vegatation, die uns manchmal den Weg versperrte. Oder Viehzäune, die es zu überwinden galt. Also ziemlich abenteuerlich. Dafür gab es das Kontrastprogramm in St. Ives, durch das sich die Touristen drängelten.

Am nächsten Morgen fuhren wir im offenen Sight-Seeing-Bus nach St. Just und machten uns auf den Weg zum Höhepunkt der Reise, dem Pfad, der über die Steilklippen nach Land's End und Porthcurno und weiter nach Penzance führt. Da waren sie, die Ausblicke auf das Meer und die Felsformationen, von denen wir geträumt hatten, und das gute Wetter, das uns die ganze Zeit über begleitet hatte, hielt noch immer. Das letzte Stück fuhren wir allerdings mit dem Bus.

Aber es gab ja noch einen Tag in Penzance. Da gingen wir den Pfad dann von der anderen Seite her an und gelangten über Mousehole nach Lamorna. Die flottesten Fürther Füße fuhren nochmal mit dem Bus bis Porthcurno, und wanderten von dort aus zurück.

Die letzte Station wäre St. Austell gewesen, wo entweder eine Küstenwanderung oder wahlweise der Besuch einer alten englischen Gartenanlage geplant war. Aber nochmal hatten wir Pech. Unsere Travelodge war überbucht und wir mussten ausweichen. John entschied sich zur Rückfahrt nach Bristol, nicht ohne 2x Frühstück und ein Abendessen für uns rauszuschlagen. Lange Gesichter gab's trotzdem. Es war so schön gewesen, dass wir nicht genug bekamen von dem herrlichen Küstenweg.

Jutta schlug dann einen Ausflug nach Bath vor. Das war kein schlechter Einfall. Die Weltkulturerbe-Stadt ist mit ihren faszinierenden Baudenkmälern und dem antiken römischen Bad durchaus eine Besichtigung wert, ebenso wohl ihre Umgebung und ihre Gärten, für die unsere Zeit nicht reichte.

An unserem letzten Abend ließen wir es in Bristol noch mal ein bisschen krachen. In einem der Altstadt-Pubs spielte eine mitreißende Band, und wer tanzen wollte, konnte das ausgiebig tun. Natürlich nur bis 23 Uhr, dann ist in England die Party vorbei.

Lieber John, es war eine tolle Reise und wir danken dir, dass du sie uns ermöglicht hast.

Text: Elisabeth Händl. Fotos: Angela Meredith, Jutta Schröder, Dieter Poppendörfer