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Schneeschuhwochenende auf der Priener Hütte

mit Angela, Carola, Elisabeth, Ellen, Heike, Karin, Liane, René und Werner

Am Freitag, 6. Februar kamen wir (Ellen, Elisabeth, Angela, ich) um 16:15 Uhr am verabredeten Parkplatz bei Huben an, wo die anderen bereits startklar und ungeduldig auf uns warteten. Flugs sind wir in die Schneeschuhe, Rucksäcke auf und um halbfünf gings dann los zum zweieinhalbstündigen Aufstieg durch einen verschneiten winterlichen Märchenwald in die Dunkelheit hinein hoch zur Priener Hütte.

Die etwas seltsame breitbeinige Schneeschuhgangart war für mich als Anfängerin gewöhnungsbedürftig und hat Muskelbereiche aktiviert, von denen ich bisher gar nicht wußte, dass man da überhaupt Muskeln hat. Das letzte Paar Schneeschuhe, das es für mich in der DAV-Geschäftsstelle zum Ausleihen noch gab, hatte ungefähr Größe XXL und ich fühlte mich, wie wenn ich unter jedem Fuß ein ganzes Snowboard hätte.

Rechtzeitig zum warmen Abendessen kamen wir dann auf der Hütte an. Von unserem gemütlichen und geräumigen Matrazenlager mit exakt neun Schlafplätzen waren wir begeistert und jeder hat seinen „Lieblingsschlafplatz“ gefunden. Nach dem Abendessen – Extrawünsche wurden auch erfüllt – hat uns René dann in die Kunst des „51 tot-Kartenspiels“ eingewiesen.

Am nächsten Morgen begrüßte uns ein Postkartenwetter mit strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel. Nach dem reichlichen Frühstücksbuffet, das keine Wünsche offen ließ sind wir in allerbester Laune los zum Aufstieg auf den Geigelstein.

Mit meinen Schneeschuhen Größe XXL schlug ich mich tapfer, aber leise Zweifel an der „Faszination Schneeschuhwandern“ hatte ich irgendwie schon. Ganz harmlos gings bergauf zu einem Grat, von wo aus wir sozusagen einfach nach rechts auf dem Grat entlang weiter und dann gleich auf dem Geiselstein wären. Leider hat die Kombination von Schneeschuh XXL, schmaler Grat und Pulverschnee bei mir nicht so wirklich funktioniert, denn immer wieder bin ich runtergerutscht, und Werner, gleich hinter mir, musste mir mehrfach wieder hochhelfen. Mittlerweile war ich ziemlich genervt, als ich mal wieder keinen Halt in diesem Pulverschnee hatte. Inzwischen kam mir auch René zu Hilfe. Meinen Vorschlag „ich rutsche einfach auf dem Bauch runter zur Priener Hütte, wo ich dann auf euch warte“ ließ René nicht gelten: „Wir sind eine Gruppe und bleiben zusammen!!!“.

Endlich war ich „gerettet“ – Werner hat von unten geschoben und René hat mir seinen Stock gereicht und mit hochgezogen. Ziemlich genervt hatte ich dann endlich diesen Grat doch noch geschafft, und nach einer Snäck- und Getränkepause an einem flachen sicheren Plätzchen gings dann das letzte Stück in Serpentinen zum Geigelstein, wo lebhaftes Treiben von zahllosen Skitourengehern und Schneeschuhwanderern herrschte. Natürlich gab's das obligatorische Gipfelkreuz-Gruppenfoto.

Und weiter gings vom Geigelstein Richtung Breitenstein, wo sich unsere Gruppe dann doch noch teilte. Die ganz Unermüdlichen: René, Angela, Carola, Ellen, Elisabeth und Karin gönnten sich noch ein zweites Gipfelerlebnis auf dem Breitenstein. Liane, die sich nach der Sonnenterasse auf der Priener Hütte sehnte, ich, die langsam Hassgefühle zum Schneeschuhwandern entwickelte und Werner, unser Schutzengel, nahmen den Rückweg. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Wir mussten noch einmal bergauf durch tiefsten feinsten Pulverschnee, meine XXL-Schneeschuhe fanden keinen Halt, Liane mit ihren Winzig-Flexibel-Schneeschuhen hatte schon längst diesen letzten kurzen Aufstieg überwunden, nur ich bin immer tiefer gerutscht, und Werner allein konnte mir auch nicht mehr wirklich helfen. Da - wie bestellt - tauchte ein Grüppchen wackerer Skitourengeher auf, die mich dann mit vereinten Kräften hochgehieft haben bis ich über den Grat auf der sicheren anderen Seite war. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging es dann in Serpentinen bergab Richtung Hütte und bei jeder Kurve habe ich über meine XXL-Schneeschuhe geflucht.

Auf der Sonnenterrasse der Priener Hütte konnten wir dann noch einen wunderschönen Winternachmittag mit Alpenpanorama genießen. Nach dem reichlichen und guten Abendessen und etlichen Zirbenschnäpsen haben wir wieder „51-tot“ gespielt während ein Einheimischer wacker auf seinem Akkordeon aufspielte. Irgendwann sind wir dann hoch in unser Matrazenlager. Angela, von diesem Tag so begeistert und immer noch nicht zu bremsen bot uns „ZimmerDisco“ mit ihren Lieblingssongs vom Handy. Außerdem meinten alle, draußen wäre ein fantastischer Sternenhimmel, den ich mir ungedingt ansehen sollte, während ich insgeheim für den nächsten Tag um das schlechtete Winterwetter betete.

Meine Gebete wurden erhört. Aus dem sternenklaren Himmel waren über Nacht dichte Wolken geworden, Schneegestöber ohne Ende und Wind, so dass René entschied, dass wir am letzten Tag keinen Aufstieg mehr machen und kein Risiko eingehen sondern direkt runter zum Parkplatz gehen würden.

Wir hatten einen wunderschönen Abstieg, eingehüllt in Schneeflockengestöber durch weißen Winterwald. Am Parkplatz angekommen ließen wir die Rucksäcke (und ich meine XXL-Schneeschuhe, denn wir waren ja jetzt wieder im „Flachland“) im Auto und sind auf Werners Empfehlung noch bis Sachrang gewandert, wo wir zum Abschluss in ein gemütliches Gasthaus eingekehrt sind. Auf dem Rückweg zum Auto haben bis auf Liane dann auch die anderen ihre Schneeschuhe abgeschnallt. Pünktlich Viertelfünf gings dann zurück nach Fürth und Nürnberg.

Fazit: Es war ein schönes Wochenende mit vielen Erlebnissen und neuen Erfahrungen und nächstes Jahr mache ich nochmal so ein Schneeschuhwochenende um zu sehen ob aus meiner Hassliebe zum Schneeschuhwandern vielleicht doch noch eine Liebe wird. Großen Dank an die alten Schneeschuhhasen René und Werner. Lob an die Priener Hütte mit den Hüttenwirten Monika Becht und Alexander Egger. Und ganz vielen Dank an Freddy Spieß, der die Tour geplant und organisiert hat, aber selbst nicht wegen einer Knieverletzung dabei sein konnte.

Autorin: Heike Kestel