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Mehrseillängentouren im Sarcatal - Via Ape Maia

Sarcatal

Spricht man in Kletterkreisen von der Stadt Arco denkt man sofort an eine Vielzahl von Klettergärten, an denen sich Route an Route reiht. Arco liegt ca. 10 km entfernt vom nördlichen Ende des Gardasees. Weniger bekannt ist, dass in unmittelbarer Nähe von Arco auch zahlreiche Mehrseillängentouren existieren. Die wohl bekanntesten Routen durchziehen die bis zu 400 m hohen Wände des Monte Colodri. Allerdings erfordern diese alpinangehauchten Touren eine gutes Kletterkönnen und einen sicheren Umgang mit Klemmkeilen und Friends.

Trägt man seine Kletterausrüstung ungefähr 1000 Meter weiter nördlich, wird der Felsriegel von San Paolo erreicht. In seinen Wandbereichen findet man zahlreiche gut gesicherte Mehrseillängenführen. Die Felsen von San Paolo liegen unterhalb der Klippen des Monte Colt, an der alten Straße von Arco nach Ceniga.

Via Ape Maia

Mit sieben Seillängen zieht die Route Via Ape Maia durch den südlichen Felsriegel von San Paolo. Die Führe bietet abwechslungsreiche Kletterpassagen. Neben Rissen, bei denen Piazen einem das Kletterleben erleichtert, gibt es auch Verschneidungen, kleine Überhänge und senkrechte Wandstrukturen. Die weiße Rissverschneidung der vierten Seillänge erfordert eine gute Fußtechnik mit kniffligen Piazzügen. Gleich anschließend beginnt die Schlüsselseilänge der Tour.

Am Standplatz zur fünften Seillänge baut sich eine hellgraue Wand vor einem auf. Unwillkürlich sucht das Auge nach dem Schwachpunkt in den Kalkplatten, die einem den Durchstieg ermöglichen. Kleingriffige Passagen wechseln ab mit Stellen von „Bierhenkeln“, die der zulaufenden Armmuskulatur kurzzeitige Erholung ermöglicht. Eine gute Fußtechnik ist hier ebenfalls von Vorteil. Die dann noch leicht überhängende Wand trägt ebenfalls dazu bei, dass die Arme nicht unterfordert werden. Am Standplatz angekommen fällt die Anspannung ab und man kann den Armen die notwendige Erholung nach der 6b Länge gönnen.

Während sich der Seilzweite der Platten annimmt, kann man sich bereits wieder Gedanken über den Weiterweg machen. Es gilt noch eine Platte, die von einem kleinen Dach begrenzt wird, im Bereich 6a zu überwinden. Erst dann kann man die letzte kurze Seillänge genießen.

5. Seillänge - Schlüsselseillänge

Toureninformationen:

Zustieg:Von Arco, auf der kleinen Straße nach Ceniga, zum Campingplatz Zoo fahren. An diesem vorbei bis zum Ristorante „Laterna“. Dort geeignet parken und direkt hoch zum Wandfuß. Dem Wandfuß nun ungefähr 200 m nach Norden folgen. Der Einstieg zur Route befindet sich gleich rechts der Route  Spiderman, deren Name angeschrieben ist bzw. gleich links vom Klettergarten Swing Area.

Abstieg:
Am Ausstieg der Tour folgt man der Pfadspur, die zum Wanderweg nach Ceniga führt. Auf diesem angekommen hält man sich rechts und steigt weiter Richtung Ceniga ab. Man erreicht die alte Straße Arco – Ceniga und geht auf ihr zum Parkplatz zurück.

Schwierigkeit:
6b, 6a obligatorisch

Tourlänge:
ca. 200m (7 SL)

Ausrüstung:
Die Route ist sehr gut mit Bohrhaken gesichert und man benötigt daher einige Express-Schlingen. Mobile Sicherungsmittel sind kaum nötig. Ein Helm ist natürlich obligatorisch.

Literatur:
Diego Filippi, Hohe Wände bei Arco, Klassische und moderne Routen im Sarcatal. Milano: Versante Sud, 3. Auflage 2013

Richard Goedeke, Winterfluchten, Klettern in Südeuropa. München:

Bergverlag Rother GmbH, 1. Auflage 2011
Text und Bilder:
Bernd Hetzel
Alle Angaben ohne Gewähr