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Klettern im Bergeller Granit

Albignahütte
Albigna mit Steigerführe

Die Steigerroute im Bergeller Granit

Das Albignatal ist wegen seiner auffälligen und imposanten Albigna-Staumauer nicht zu übersehen. Es ist das mittlere Tal im Bergell und mündet bei Pranzaira/Vicosoprano ins Haupttal. Von dort ermöglicht die Werkbahn der Elektrizitätswerke der Stadt Zürich eine leichte und bequeme Zufahrt zur Albigna Staumauer. Von der Staumauer führt anschließend ein einfacher Weg in ca. 45 Minuten zur Albignahütte (SAC-Sektion Hoher Rohn).

Die Hütte selbst liegt an der Ostseite des Albigna-Stausees und bietet eine gute Sicht auf die umliegenden Klettergebiete. Geöffnet und bewirtschaftet ist sie von Ende Juni bis Ende September.
Tel. Hütte 0041-81-8221405

Topo Steigerführe (ohne Gewähr)

Punta Albigna (2824m)
Die formschöne Gipfelpyramide der Punta Albigna erhebt sich südlich der Albignahütte und kann mit Recht als deren Hausberg bezeichnet werden. Durch ihre NW-Wand führen drei viel begangene Kletterführen: „Moderne Zeiten“, „Meuli“ und „Steiger“.

Steigerroute 4c – 5c (5b obligatorisch)
Sie wurde 1962 von Gaby und Geny Steiger erstbegangen.
Die Route selbst bietet schöne und abwechslungsreiche Granitkletterei an Platten, Rissen und Piazschuppen. Alle notwendigen Stand- und Zwischenhaken sind vorhanden. Zur zusätzlichen Absicherung können mittlere Klemmkeile, Friends und Schlingen dienlich sein.
Insgesamt benötigt man für die Tour, inklusiv Abstieg ca. 6-7 Stunden.

Zustieg:
Von der Albignahütte steigt man ca. 100 m in südlicher Richtung ab, bis eine alte Wasserleitung erreicht wird. Dieser Leitung folgt man ein Stück in Richtung Val dal Cantun. An einer geeigneten Stelle wird der Weg an der Wasserleitung verlassen, steigt nach rechts zu einem Bach hinab und überquert diesen. Nun quert man eine Geröllhalde zur NW-Wand. Der Routen-Einstieg befindet sich am tiefsten Punkt rechts einer markanten Schlucht und dessen Geröllkessel. Der Einstieg ist mit einem roten Pfeil markiert.

Routenverlauf:
Der Verlauf der Führe kann dem abgebildeten Topo entnommen werden. Mit dem Erreichen der „Gratschneide“ ist der untere Wandteil durchklettert. Man quert diesen fast horizontal verlaufenden Grat und steigt an dessen Ende eine schuttige Rinne hoch. Anschließend steigt man links eines Turmes weiter bis zu einer Scharte empor - Steigspuren. Von der Scharte erfolgt nun eine Querung nach rechts bis eine verblockte Rinne erreicht ist.
Die sich rechts der Rinne anschließende Platte bietet zwei Varianten um diese zu überwinden. Der weitere Tourenverlauf ist aus dem Topo ersichtlich.

Abstieg:
Vom Gipfel der Punta Albigna über die Gratschneide zum Nachbargipfel bzw. zweimal 10 Meter in die Südseite hinab zu einem Grasband abseilen. Auf diesem anschließend zum Nachbargipfel emporsteigen. Hier wieder an der Südseite
2 x 25 m auf ein Plateau abseilen und einem Band ostseitig bis zu einer Scharte folgen. Aus der Scharte dann nordseitig in das Val dal Cantun absteigen – Steinmänner.

Gratschneide
Heiko genießt die letzten Klettermeter zum Gipfel
Am Gipfel der Punta Albigna

Führer:
von Känel, Jürg. Schweiz - Plaisir Sud. Schweiz – Reichenbach: Editon Filidor, 2003
Nigg, Paul. Bergell, Gebietsführer. 7. Aufl. München: Bergverlag Rother GmbH, 2004

Alle Angaben ohne Gewähr
Text und Bilder Bernd Hetzel