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Der Ruf des Südens - Impressionen einer Kletterwoche in Südfrankreich

12. – 21.04.2001

Nachdem die Indoor – Vorbereitungen, in Erwartung der kommenden Außensaison, für unsere Verhältnisse fast schon "enorme" Ausmaße angenommen hatte (jeder hat da so seine eigene Rezeptur):

  • Bouldern in Erlangen
  • Training an der selbstgebauten Systemwand unter Anleitung von Tobias K. (man erinnere sich an die Schnitzelgriffe)
  • oder: Klettern an der "Solariskletterwand" / im "Fitnesstower"

traten wir mit kühnen Erwartungen ( KLETTERN!!!) unsere Reise nach Südfrankreich an.

Trotz leichter Anfangsschwierigkeiten, Skepsis wegen Maul- und Klauenseuche (darf nun das Essen über die Grenze, oder nicht?), kleinerer Uneinigkeiten wer nun tatsächlich an der Fahrt teilnimmt, wird das Wetter gut (Mistral???),............. fanden wir uns am Ende doch alle - ohne nennenswerte Zwischenfälle - am Zielort ein. Und siehe da: die SONNE schien!!!.

Rudi, Anja und Bernd waren natürlich schon vor uns da und hingen bereits am Camping-platz sehr nahe gelegenen Fels herum (ein Traum: 5-10 Gehminuten). Wir ließen´s erst mal slowly angehen, gaben gute Ratschläge und beäugten vorsichtig den Fels, um uns dann von den Strapazen der Fahrt zu erholen und: etwas Essen muss man schließlich auch.

Am Samstag morgen begann der ganz normale Kletterwahnsinn: GEBIETSUCHE.

Diskussionen, hin – her , erstes Gebiet angesteuert –nicht gleich gefunden, dann: hochgelaufen – als windig und kalt empfunden – umgekehrt, nächstes Gebiet auserwählt: BALAZUC – hingefahren. GUUUT. Ein malerisches Örtchen, an der Ardèche (worin nun Rolands Sonnenbrille schwimmt) zu dem man vom Fels aus einen grandiosen Ausblick hatte.

Schöne Klettertouren – leider etwas überfüllt. Von nun an hieß es: klettern, bis die Finger streiken.

Sonntags blieben wir direkt bei den Felsen am Camping-Platz. Gebiet: CHAULET. Ganz am Ende des Gebietes entdeckten wir schöne 2-Seillängen Routen, was erst mal eine kleine Wanderung entlang des Flusses bedeutete. Mhhhh, die Sonne wärmte unsere wegen eisiger Nacht durchfrorenen Glieder.

Anja und Alex sahen sich zu Lebensrettern auserkohren – anstatt die zwei Kids , mit dem "paddellosen" Kanu an Land zu ziehen, schafften wir es den Jungen über Bord zu werfen und uns den Groll der Eltern zuzuziehen. Hmm, guter Wille war schon vorhanden...... Leider mussten abends unsere Organisatoren Anja und Frank wehmütig abreisen, da der Kleinste: ,Paul", kränkelte. Schade – aber wir kommen bestimmt wieder!!

Montag. Unsere Gruppe sollte weiter schrumpfen – da unsere "Wochenendausflügler" Jan und Bettina (cooles Auto) zum Arbeiten ins kalte Deutschland zurückkehrten.

Der Rest machte sich auf den Weg DURCH DEN FLUß!! Kalt! Steinig! Bähh! (Ein bisschen Abenteuer muß schon sein und für Amusement der Zuschauer war auch gesorgt) nach MAZET.

Dort angekommen wurden wir von wiederkehrenden kleineren Regenschauern heimgesucht, doch dem zum Trotz kletterten wir die herrlichsten Genußrouten. Mehr und mehr zeigte sich die Sonne – Yá pas que le foot dans la vie 5c / sax aphone story 5b.... was will man mehr?

Auf einen schönen Tag folgte ein eisiger Abend - der uns ein weiteres, abwechslungsreiches Menue bescheren sollte: NUDELN IN TOMATENSOSSE - ...eine noch eisigere Nacht und.... der nächste Morgen:

Am Dienstag war Rudi´s Namenstag. Klettern am Campingplatz war angesagt. Nebenbei soll noch einmal die herrliche Landschaft, die klare Luft, das saftige – den Augen wohltuendes grün, der Flieder, diverse Kräuter ( Karin kann sie alle, alle benennen ), der tolle Fluss, die umschließende Felsschlucht,... erwähnt werden. Wir nutzten die Zeit und waren zufrieden. Rudi und Roland entdeckten ein besonderes Fleckchen mit Blick gen untergehende Sonne dem Flusstal entlang, an dem sie nach jedem gelungenem Tag residierten und diesen noch einmal, bei einem Gläschen Rotwein, etwas Baguette, Käse, Revue passieren ließen. Anja, Brigitte und Bernd reisten leider auch schon wieder gen Norden. Die Pflicht ruft! Wir, die restlichen fünf kept on climbing.....

Mittwoch ging´s gen Vallon-Pont dÁrc- Gebiet SALAVAS. Ein steiler Anstieg wies uns prustend den Weg. Dann: lange, griffige Genussklettereien und: der Fels gehörte uns alleine. Unser Abseilseil endete so ca. 2 m über Boden, die Seildehnung erledigte den Rest. Wir konnten uns so richtig austoben. " ne vous ties pas", "succos de mamäo", "caiipirigna" um einigen zu nennen. Spät kehrten wir zum Campingplatz zurück wo uns Nudeln mit Tomatensauce erwarteten. Was sonst? Wir hatten schon dazugelernt und saßen eingewickelt in Decken um unsere Tischchen wie Indios – so konnten die Nächte etwas länger werden. Dabei wurden die gestiegenen Routen eingehend diskutiert und mit – Außenseitern wohl schwer zu deutendem Luftgefuchtel - geistig nachempfunden. Auch der Sternenhimmel wurde von uns entsprechend bewundert und gewürdigt " schau mal das Reiterlein".

Donnerstag. Schleppend ging der Tag an. Die Männer holten Fisch für den bevorstehenden Grillabend, der Rest bummelte vor sich hin – REGEN. (Blöd). Nachmittag wurde von Tobias die von Ihm schon länger beliebäugelte "Garidroite"(6c) in Angriff genommen. (Überhang / Sintersäulen / ausdauernd)– und geschafft. Abend wurden wir durch ein wärmdendes Lagerfeuer für die Mühen belohnt. Drei Jungs gesellten sich zu uns um an der Faszination des Feuers teilzuhaben – es folgte ein schöner und langer Abend.

Freitag: klettern in Mazet. So langsam schlichen sich die ein oder anderen Wehwehchen bei den Meisten ein, dennoch geben wir uns erst nach 9 Touren (inklusive 2 2-Seillängentouren) zufrieden. Schlemmenderweise wurde der Urlaub im "la coulotte coute" mit einem 4- Gänge Menue abgerundet. (Ich wollte nicht auf meine Nudeln + Tomatensauce verzichten, und bestand auf Fischlasagne).

Dann hieß es Abschied nehmen, von liebgewonnenen Turnschuhen, diversen süßen Campingstühlchen..... und natürlich auch von dieser wunderbaren Gegend und der schönen Zeit, die wir hier an dem Flüsschen "Chassezac" verbrachten. Und: obwohl man sich getrennt auf den Weg machte, traf man sich doch unterwegs im Intermarché, ein Stückchen weiter steht da ein Rudi mit Fotoapparat, um ein paar letzte Aufnahmen zu erhaschen, tja und aufgrund unseres doch schon etwas älteren Gefährtes wurden wir dann noch ein letztes Mal überholt. Ja, ein toller Urlaub ist vorüber – schade dass die Gruppe so "ausgedünnt" wurde – doch auf der Heimfahrt träumen wir schon wieder von den kommenden Wochenenden am heimischen Fels.

Text von Alexandra Gegner
Bilder von Bernd Hetzel